Alles im Leben hat seinen Sinn.
Vor ziemlich genau drei Jahren beendete ich meine Karriere als Fußballprofi. Eine ziemlich erfolgreiche würde ich sagen: Vizemeister, Cup-Sieger, EM-Dritter und WM-Vierter. Immerhin 120 Bundesligaspiele habe ich auch zusammengebracht und unglaubliche fünf Mal hat sich der Ball sogar ins Tor verirrt, nachdem ich ihn zuvor als Letzter berührt habe. Das kann sich schon sehen lassen, oder? Aja, und meinen wichtigsten Erfolg überhaupt hätte ich jetzt beinahe vergessen: Und zwar meinen Titel „Schönster Fußballer Oberösterreichs“. Den holte ich mir 2007 als 20-Jähriges, glatt rasiertes, kurzhaariges Milchbubi. Zugegebenermaßen ausgezeichnet von Leser(inne)n einer österreichischen Tageszeitung, die man nicht so ernst nehmen darf.
Zu diesem Zeitpunkt war in meiner Fußballwelt noch alles in Ordnung: Bundesliga- und U20-Nationalteam-(stamm)spielender Sonnyboy, gute Kohle verdient, ständig im Mittelpunkt gestanden. 2008 vor der Heim-Europameisterschaft sogar im erweiterten Kader des A-Nationalteams.
Und plötzlich wurde alles anders.
2008: Kreuzbandriss rechts zwei Monate vor der EM – OP – Reha – erfolgreiches Comeback.
2009: Schambeinentzündung – OP – achtmonatige Reha – erfolgreiches Comeback.
2010: Kreuzbandriss links – OP – Reha – erfolgreiches Comeback.
2011: keine Verletzung – juhu!
2012: Knorpelschaden, Kreuzband(fast)riss wieder links – OP – Reha – KEIN Comeback.
Ich war müde.
Vom ständigen Zurückkämpfen, vom Leistungsdruck, vom System Profifußball allgemein.
Die Entscheidung, meine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, fiel mir alles andere als leicht. „Träume-verändern“-Leser wissen das. Logisch war sie nicht, auch verstanden sie viele in meinem Umfeld nicht.
Aber es fühlte sich richtig an, diesen Schritt zu wagen. Ich war nicht mehr hundertprozentig glücklich und wollte mich verändern. Und vor allem wollte ich einmal frei sein.
Heute bin ich das.
Durch eine 15-monatige Weltreise habe ich mich ordentlich „freigereist“. Vom Fußball, von meinem gewohnten Umfeld, von meinem alten Ich. Auch durch das Schreiben bin ich viel freier geworden. In „Träume verändern“ und „FREIGerEIST“ habe ich mir viel von der Seele geschrieben. Ich würde die Arbeit an meinen Büchern sogar als eine Art Selbsttherapie bezeichnen, weil ich mich sehr intensiv mit mir selber auseinandergesetzt habe.
Auch du solltest das tun.
Und heute ist ein ganz besonderer Tag: Denn heute darf ich dir mitteilen, dass mein Fußball-Traum nicht geplatzt ist, er hat sich nur verändert.
Ich bin zurück im Fußball, zurück in der Zukunft. Und das gleich auf mehreren Ebenen. In der einzigartigen Fußballschule „teco7“ darf ich gleich ganz viel Verantwortung übernehmen und mehrere spannende Aufgaben auf einmal erfüllen: Kinder und Jugendliche trainieren, Fußballcamps veranstalten, Trainer ausbilden und sogar ein bisschen Unternehmer (ein weiterer Kindheitstraum) sein. Gemeinsam mit Geschäftsführer Bernhard Bresich und Florian Retter bin ich gerade dabei, die Firma neu aufzustellen und unser einzigartiges Know-how in die Welt hinauszutragen.
Und als wäre dies nicht schon genial genug, darf ich ab sofort als „Fußballexperte“ im ORF Bundesligaspiele analysieren. „Natürlich“ immer das Highlight der Woche, das Live-Spiel am Sonntag 😉
JACKPOT!
Fußball, Sprache und Reisen. Im Moment darf ich genau das lernen, lehren und leben, was mich am meisten begeistert.
Alles im Leben hat seinen Sinn.
Auch schwere Rückschläge. Heute weiß ich, was ich damals „nur“ gespürt habe. Ich habe mir meine Verletzungen selber ausgesucht. Denn sie ermöglichten mir den nötigen Abstand zum Fußball. Abstand, um ausgiebig zu reflektieren und den Mut zu fassen, aus dem Hamsterrad auszusteigen und mich zu verändern.
Egal, was in deinem Leben geschieht, alles hat seinen Sinn. Du musst es nicht immer gleich, manchmal vielleicht überhaupt nie, verstehen. Vertrau einfach darauf, dass das Beste, und vor allem das Richtige, FÜR DICH passiert.
Und wenn es einmal ganz schlimm ist, dann versuche, dich ein Jahr oder zwei oder drei in die Zukunft zu denken. Die Zeit heilt vielleicht nicht alle Wunden, aber in jeder Wunde steckt eine Erfahrung…
Mut verändert,
Dein PA